Woher kommt das Nitratproblem im Grundwasser?

Mais

Stickstoff, ein Hauptbestandteil des Nitrats, ist ein wichtiger Pflanzendünger. Allerdings wird er in Deutschland über Kunstdünger, Gülle und Mist in viel zu hohem Maß auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht. Höchstmögliche Erträge sind das Ziel. In belasteten Regionen ist in Folge fortschreitender Konzentration der Tierhaltung und der Ausweitung des Maisanbaus für die Biogaserzeugung oft eine Zunahme der Gewässerbelastung durch nicht von den Pflanzen aufgenommenes Nitrat zu erkennen. Viele Böden besitzen zwar die Fähigkeit, Nitrat auf diese Weise einzubinden, bevor es das Grundwasser erreicht. Dieses Vermögen ist aber endlich.

Das überschüssige Nitrat sickert in Flüsse – landet damit auch im Meer – und ins Grundwasser. 36 % der Grundwasserkörper in Deutschland verfehlen den von der EU geforderten „Guten Zustand“, 27 % davon wegen der zu hohen Nitratwerte von 50 mg Nitrat pro Liter als Grenzwert.

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen geht davon aus, dass eine Halbierung der Stickstoffeinträge in Deutschland und der EU notwendig wären, um nationale und internationale Umweltziele zu erreichen. Die landwirtschaftliche Praxis hat da einen hohen Nachholbedarf. Neben ökologischen Schäden durch zu hohe Nitratwerte im Wasser und Boden wird auch in absehbarer Zeit die Qualität unseres Trinkwassers zum gesunden Lebensmittel zu einem immer wichtigeren Thema werden.

Da ein großer Anteil unseres Trinkwassers aus Grundwasser gewonnen wird, drohen gesundheitliche Probleme durch hohe Nitratgehalte. Sie können für Kleinkinder gefährlich werden. Wenn sie stark nitrathaltiges Wasser zu sich nehmen, kann das zu Sauerstoffmangel im Blut führen. Außerdem kann eine Verbindung mit Eiweißen Nitrosamine entstehen lassen, die als krebserregend gelten. Mehrere Wasserwerke müssen inzwischen Brunnen mit hohem Nitratgehalt aufgeben oder es aus noch tieferen Regionen fördern, in denen das Nitrat noch nicht angekommen ist.

Die Kosten dafür sind ein Problem auf der Palette.

Lesen Sie hierzu die Pressemitteilung aus dem Umweltbundesamt.