Corona: Ohne Sauberes Wasser kein Schutz

Veröffentlicht von Wasserforum Bremen am

Das Coronavirus bedroht Familien auf der ganzen Welt. Vor allem diejenigen, die in Kriegs- und Krisengebieten leben und schon vor der Pandemie in Not waren, brauchen jetzt dringend unseren Schutz. „Covid-19 hat bereits das Leben in einigen der reichsten Länder der Welt auf den Kopf gestellt, nun erreicht es Menschen in Krisengebieten, ohne Zugang zu sauberem Wasser oder Seife, ohne Hoffnung auf ein Krankenhausbett, falls es nötig wird.“ ist aus UN Kreisen zu vernehmen.
Die Empfehlung ist eindeutig: Um das Coronavirus aufzuhalten und Menschen vor Ansteckung zu schützen, müssen regelmäßig die Hände mit Seife gewaschen werden und muss voneinander Abstand gehalten werden.

Doch was, wenn man in einem Flüchtlingslager lebt, in Syrien, dem Südsudan oder in einem Auffanglager für Migranten in Griechenland?
Allein im Lager Moria, das nur für 2.840 Menschen ausgelegt ist, leben derzeit rund 20.000 Geflüchtete. 1.300 Menschen müssen sich den Zugang zu einem Wasserhahn teilen, Seife gibt es kaum. Distanz lässt sich nicht wahren, wenn zehn Menschen  in einem Zelt miteinander wohnen müssen. Wer essen möchte, muss stundenlang in einer Schlange stehen. Immer wieder brechen Rohre, Fäkalien laufen dann die Straße hinab.


Was passiert, wenn man in einer armen Familie in einer überfüllten Großstadt auf dem afrikanischen Kontinent oder in Asien lebt?
Nur zwei von fünf Menschen haben weltweit richtige Waschgelegenheiten und damit die Möglichkeit, sich die Hände zu waschen. Mehr als 300 Millionen Menschen haben allein in Afrika keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Trinkwasser, und noch mehr Menschen fehlt der Zugang zu Brauchwasser für sanitäre Zwecke.  Afrika hat damit die schlechteste Wasserversorgung von allen Großregionen in der Welt.
Außerdem können gerade in Städten und Slums die Menschen kaum genügend Abstand zueinander halten, soziale Distanz ist schwierig. So leben beispielsweise im kenianischen Kibera, einem der größten städtischen Slums der Welt, gemäß Schätzungen der UN 500.000 bis 700.000 Bewohner gemeinsam mit vielen Familienmitgliedern in kleinen Hütten. Neben  anderen  infrastrukturellen  Unzulänglichkeiten  ist  eines  der  Hauptprobleme  die  Wasser- und Sanitärversorgung. Der städtische Wasserversorger schätzt, dass nur etwa 22 % der Slumbewohner in Nairobi über eine hauseigene Wasserleitung verfügen und Zugang zu sauberem Trinkwasser haben.

Viele Länder Afrikas verfügen über ein mangelhaftes Gesundheitssystem. Oft gerät es bereits durch andere Epidemien wie Aids oder Tuberkulose an seine Grenzen. Was kommt nun also durch das neuartige Coronavirus auf Afrika zu?

Dass die Pandemie auch Afrika erreichen würde, stand außer Frage. Bislang meldeten dort 27 Länder Erkrankungen, samt der Staaten Nordafrikas.
Gemäß Twitter WHO African Region  gelten per 18.5.20  folgende Zahlen:
Africa Total 84.183, davon: Südafrika 15.515, Ägypten 11.719, Algerien 7.019 und Marokko 6.798.

Auch wenn die Fallzahlen noch gering sind, steigen die Zahlen rasch und längst nicht alle Fälle werden erfasst. Experten fürchten, dass der Erreger in offiziell noch nicht betroffenen Gebieten still zirkuliert. „Meine Sorge ist, dass wir eine tickende Zeitbombe haben“, sagte der Bioinformatiker Bruce Bassett von der südafrikanischen Universität Kapstadt gegenüber „Science“. Es droht auf dem Kontinent ein unkontrollierbarer Corona-Ausbruch mit sehr hohen Infektionszahlen – oft unter dem Radar, da die Diagnostik nicht mit den Standards der westlichen Welt zu vergleichen ist.

Tatsächlich könnten einige Faktoren den Seuchenzug verschlimmern. So kam eine Studie bereits 2015 zu dem Schluss, dass in Kenia nur 130 Intensivbetten sowie gerade 200 dafür ausgebildete Pflegekräfte zur Verfügung stehen. Weiter dürften viele der zur Vermeidung einer Infektion empfohlenen Maßnahmen nicht fruchten. So lässt sich der „soziale Abstand“ von rund zwei Metern zwischen zwei Menschen vor allem in den dicht bevölkerten Townships und Slums kaum einhalten. Viele dort fahren in vollgestopften Minibussen zur Arbeit. Ebenso ist unklar, wie sich die Regel in Familien einhalten lässt, die traditionell eng zusammenwohnen. „In Afrikas Haushalten leben alle Generationen“, sagt die Gesundheitsexpertin Francine Ntoumi von der Université Marien Ngouabi in der Republik Kongo. „Wie aber lassen sich die Älteren schützen, wie sagt man Dörflern, dass sie ihre Hände waschen sollen, wenn es kein Wasser gibt, oder dass sie Desinfektionsmittel benutzen sollen, wenn sie kaum Geld für Lebensmittel haben? Ich fürchte, es wird Chaos geben.“

Eine Reihe afrikanischer Staaten hat bereits einschneidend reagiert. So können heute immerhin 40 Nationen auf Covid-19 testen, denn als die Krankheit in China ausbrach, waren es nur zwei. Diese Tests beschränken sich allerdings meist auf Einreisende aus betroffenen Gebieten an Flughäfen. Kommen sie aus Deutschland, Frankreich, Italien oder Spanien, gelten sie als Risikofälle. Sie müssen in Quarantäne oder häusliche Isolation, sofern man sie überhaupt ins Land lässt. Oft wird dort aber nur Fieber gemessen. Virusträger in einem frühen Stadium der Infektion erwischt man damit nicht, ebenso wenig Infizierte im Landesinnern.
Effektiver dürften Maßnahmen sein, die auf drastische Einschränkungen des öffentlichen Lebens abzielen. So verfügte Ruanda gleich nach Auftreten des ersten Falls die Schließung von Kirchen, Schulen und Universitäten. Zudem ließ die Regierung auf den Straßen und an Haltestellen Becken zum Händewaschen installieren, während in Uganda alle eintreffenden Passagiere mit Sprays desinfiziert werden. Senegal sagte die Feiern zum Unabhängigkeitstag ab, und Madagaskar sowie Namibia streichen Flüge, schließen Schulen und sperren ihre Häfen für Kreuzfahrtschiffe. In Kenia wiederum suchen Helfer alle Kontaktpersonen infizierter Einreisender aus den USA und stellen sie unter Quarantäne. Äthiopien erhöhte den Takt der seiner öffentlichen Verkehrsmittel, um Passagier-Ansammlungen zu vermeiden. Indien hat die größte Ausgangssperre der Welt verhängt, seit dem 25.März sollen 1,37 Milliarden Menschen „vergessen, was es heißt, vor die Tür zu gehen“ wie es Premierminister Modi formulierte. Aber bereits nach einer Woche sieht es so aus,  dass sich diese zur humanitären Katastrophe wendet, wenn 100.000e durch diese harten Beschränkungen Arbeit und Zuhause verlieren.
Auch in Kenia setzt die Polizei die abendliche Ausgangssperre mit Gewalt durch. Bereits am ersten Tag der neuen Corona-Präventionsrichtlinie, nach der die Menschen von sieben Uhr abends bis fünf Uhr morgens zu Hause bleiben sollen, kam es zu Ausschreitungen, die mit Schlagstöcken und Tränengas brutal niedergeknüppelt wurden.  Das harte Durchgreifen der Einsatzkräfte wurde zwar international kritisiert, als große Herausforderung auch im Kampf gegen den Coronavirus erweist sich dabei das mangelnde Vertrauen vieler Afrikaner in ihre Regierungen. Krisen sind stets auch Phasen, die einen überzeugend-glaubwürdigen Staat erfordern.
 

Daher ist nun in einem deutlichen Umfang vor allem internationale Hilfe gefordert. Der WHO-Regionaldirektor für Afrika, Matshidiso Moeti, fordert Verbesserungen bei Präventionsmaßnahmen sowie die Einrichtung von mehr Isolationsstationen. Für besonders risikobehaftete Länder stellte die WHO vorerst 15 Millionen Dollar bereit. Große Hoffnung liegt vor allem auf einem  2 Milliarden Dollar Paket der UN, das zur Bekämpfung von Covid-19 eingesetzt werden soll.

Was bedeutet das konkret? Wie kämpft die UN weltweit gegen die Ausbreitung von COVID-19?

Hilfsprogramme zu Hygiene und Gesundheit sind immer schon Kernthemen der weltweiten UN-Hilfe. Der Plan identifiziert nun insgesamt 38 Staaten, für die jeweils mindestens zwei von vier nachfolgenden Kriterien gelten: Die Staaten waren bereits vor Beginn der Corona-Krise auf humanitäre Hilfsprogramme der UNO angewiesen; das Gesundheitssystem in diesen Ländern ist unzureichend; in den Ländern gibt es viele Flüchtlinge und Binnenvertriebene; die bis zum Stichtag 20. März registrierte Zahl von Corona-Infizierten und Toten war in diesen Ländern besonders hoch.
Neben 21 afrikanischen Staaten nennt der Plan Syrien, den Libanon, Jemen, Jordanien, den Irak, die Türkei und Iran im Nahen und Mittleren Osten; Afghanistan, Myanmar, Bangladesch und Nordkorea in Asien; Venezuela, Haiti und Kolumbien in Lateinamerika sowie die Ukraine in Europa.
Unicef.org

Diese Länder sollen jetzt „umgehend“ mit Laboreinrichtungen für Corona-Tests, medizinischen Geräten zur Behandlung von Erkrankten sowie Schutzmasken versorgt werden. Zu diesem Zweck sollen in Afrika, Asien und Lateinamerika Versorgungslager eingerichtet und Luftbrücken für den Transport organisiert werden. Zudem sieht der Plan Informationskampagnen über Maßnahmen zum Schutz gegen das Coronavirus vor sowie die Installation von Einrichtungen zum Händewaschen in allen Lagern und Unterkünften für Flüchtlinge und Binnenvertriebene.

Federführung hat das Genfer UN-Koordinationsbüro für humanitäre Maßnahmen, umsetzen sollen Weltgesundheitsorganisation (WHO), Welternährungsprogramm (WFP) und UN-Kinderhilfswerk (Unicef) unter gleichberechtigter Beteiligung von Nichtregierungsorganisationen.


UN-Generalsekretär António Guterres:„COVID-19 ist eine Bedrohung für die gesamte Menschheit – und die gesamte Menschheit muss dagegen ankämpfen. Maßnahmen einzelner Länder werden nicht ausreichen. Wir müssen die besonders gefährdeten Menschen unterstützen – Millionen Menschen, die sich am wenigsten schützen können. Dies ist eine Frage der grundlegenden menschlichen Solidarität. Und es ist zentral für die Bekämpfung des Virus. Wir müssen uns jetzt für die am meisten gefährdeten Menschen einsetzen.“

Das Coronavirus bedroht Familien auf der ganzen Welt. Vor allem diejenigen, die in Kriegs- und Krisengebieten leben und schon vor der Pandemie in Not waren, brauchen jetzt dringend unseren Schutz. „Covid-19 hat bereits das Leben in einigen der reichsten Länder der Welt auf den Kopf gestellt, nun erreicht es Menschen in Krisengebieten, ohne Zugang zu sauberem Wasser oder Seife, ohne Hoffnung auf ein Krankenhausbett, falls es nötig wird.“ ist aus UN Kreisen zu vernehmen.
Die Empfehlung ist eindeutig: Um das Coronavirus aufzuhalten und Menschen vor Ansteckung zu schützen, müssen regelmäßig die Hände mit Seife gewaschen werden und muss voneinander Abstand gehalten werden.

Doch was, wenn man in einem Flüchtlingslager lebt, in Syrien, dem Südsudan oder in einem Auffanglager für Migranten in Griechenland?
Allein im Lager Moria, das nur für 2.840 Menschen ausgelegt ist, leben derzeit rund 20.000 Geflüchtete. 1.300 Menschen müssen sich den Zugang zu einem Wasserhahn teilen, Seife gibt es kaum. Distanz lässt sich nicht wahren, wenn zehn Menschen  in einem Zelt miteinander wohnen müssen. Wer essen möchte, muss stundenlang in einer Schlange stehen. Immer wieder brechen Rohre, Fäkalien laufen dann die Straße hinab.


Was passiert, wenn man in einer armen Familie in einer überfüllten Großstadt auf dem afrikanischen Kontinent oder in Asien lebt?
Nur zwei von fünf Menschen haben weltweit richtige Waschgelegenheiten und damit die Möglichkeit, sich die Hände zu waschen. Mehr als 300 Millionen Menschen haben allein in Afrika keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Trinkwasser, und noch mehr Menschen fehlt der Zugang zu Brauchwasser für sanitäre Zwecke.  Afrika hat damit die schlechteste Wasserversorgung von allen Großregionen in der Welt.
Außerdem können gerade in Städten und Slums die Menschen kaum genügend Abstand zueinander halten, soziale Distanz ist schwierig. So leben beispielsweise im kenianischen Kibera, einem der größten städtischen Slums der Welt, gemäß Schätzungen der UN 500.000 bis 700.000 Bewohner gemeinsam mit vielen Familienmitgliedern in kleinen Hütten. Neben  anderen  infrastrukturellen  Unzulänglichkeiten  ist  eines  der  Hauptprobleme  die  Wasser- und Sanitärversorgung. Der städtische Wasserversorger schätzt, dass nur etwa 22 % der Slumbewohner in Nairobi über eine hauseigene Wasserleitung verfügen und Zugang zu sauberem Trinkwasser haben.

Viele Länder Afrikas verfügen über ein mangelhaftes Gesundheitssystem. Oft gerät es bereits durch andere Epidemien wie Aids oder Tuberkulose an seine Grenzen. Was kommt nun also durch das neuartige Coronavirus auf Afrika zu?

Dass die Pandemie auch Afrika erreichen würde, stand außer Frage. Bislang meldeten dort 27 Länder Erkrankungen, samt der Staaten Nordafrikas.
Gemäß Twitter WHO African Region  gelten per 7.4.20  folgende Zahlen:
Africa Total 9.661, davon: Südafrika 1.686, Algerien 1.423, Ägypten 1.173 und Marokko 1.113

Auch wenn die Fallzahlen noch gering sind, steigen die Zahlen rasch und längst nicht alle Fälle werden erfasst. Experten fürchten, dass der Erreger in offiziell noch nicht betroffenen Gebieten still zirkuliert. „Meine Sorge ist, dass wir eine tickende Zeitbombe haben“, sagte der Bioinformatiker Bruce Bassett von der südafrikanischen Universität Kapstadt gegenüber „Science“. Es droht auf dem Kontinent ein unkontrollierbarer Corona-Ausbruch mit sehr hohen Infektionszahlen – oft unter dem Radar, da die Diagnostik nicht mit den Standards der westlichen Welt zu vergleichen ist.

Tatsächlich könnten einige Faktoren den Seuchenzug verschlimmern. So kam eine Studie bereits 2015 zu dem Schluss, dass in Kenia nur 130 Intensivbetten sowie gerade 200 dafür ausgebildete Pflegekräfte zur Verfügung stehen. Weiter dürften viele der zur Vermeidung einer Infektion empfohlenen Maßnahmen nicht fruchten. So lässt sich der „soziale Abstand“ von rund zwei Metern zwischen zwei Menschen vor allem in den dicht bevölkerten Townships und Slums kaum einhalten. Viele dort fahren in vollgestopften Minibussen zur Arbeit. Ebenso ist unklar, wie sich die Regel in Familien einhalten lässt, die traditionell eng zusammenwohnen. „In Afrikas Haushalten leben alle Generationen“, sagt die Gesundheitsexpertin Francine Ntoumi von der Université Marien Ngouabi in der Republik Kongo. „Wie aber lassen sich die Älteren schützen, wie sagt man Dörflern, dass sie ihre Hände waschen sollen, wenn es kein Wasser gibt, oder dass sie Desinfektionsmittel benutzen sollen, wenn sie kaum Geld für Lebensmittel haben? Ich fürchte, es wird Chaos geben.“

Eine Reihe afrikanischer Staaten hat bereits einschneidend reagiert. So können heute immerhin 40 Nationen auf Covid-19 testen, denn als die Krankheit in China ausbrach, waren es nur zwei. Diese Tests beschränken sich allerdings meist auf Einreisende aus betroffenen Gebieten an Flughäfen. Kommen sie aus Deutschland, Frankreich, Italien oder Spanien, gelten sie als Risikofälle. Sie müssen in Quarantäne oder häusliche Isolation, sofern man sie überhaupt ins Land lässt. Oft wird dort aber nur Fieber gemessen. Virusträger in einem frühen Stadium der Infektion erwischt man damit nicht, ebenso wenig Infizierte im Landesinnern.
Effektiver dürften Maßnahmen sein, die auf drastische Einschränkungen des öffentlichen Lebens abzielen. So verfügte Ruanda gleich nach Auftreten des ersten Falls die Schließung von Kirchen, Schulen und Universitäten. Zudem ließ die Regierung auf den Straßen und an Haltestellen Becken zum Händewaschen installieren, während in Uganda alle eintreffenden Passagiere mit Sprays desinfiziert werden. Senegal sagte die Feiern zum Unabhängigkeitstag ab, und Madagaskar sowie Namibia streichen Flüge, schließen Schulen und sperren ihre Häfen für Kreuzfahrtschiffe. In Kenia wiederum suchen Helfer alle Kontaktpersonen infizierter Einreisender aus den USA und stellen sie unter Quarantäne. Äthiopien erhöhte den Takt der seiner öffentlichen Verkehrsmittel, um Passagier-Ansammlungen zu vermeiden. Indien hat die größte Ausgangssperre der Welt verhängt, seit dem 25.März sollen 1,37 Milliarden Menschen „vergessen, was es heißt, vor die Tür zu gehen“ wie es Premierminister Modi formulierte. Aber bereits nach einer Woche sieht es so aus,  dass sich diese zur humanitären Katastrophe wendet, wenn 100.000e durch diese harten Beschränkungen Arbeit und Zuhause verlieren.
Auch in Kenia setzt die Polizei die abendliche Ausgangssperre mit Gewalt durch. Bereits am ersten Tag der neuen Corona-Präventionsrichtlinie, nach der die Menschen von sieben Uhr abends bis fünf Uhr morgens zu Hause bleiben sollen, kam es zu Ausschreitungen, die mit Schlagstöcken und Tränengas brutal niedergeknüppelt wurden.  Das harte Durchgreifen der Einsatzkräfte wurde zwar international kritisiert, als große Herausforderung auch im Kampf gegen den Coronavirus erweist sich dabei das mangelnde Vertrauen vieler Afrikaner in ihre Regierungen. Krisen sind stets auch Phasen, die einen überzeugend-glaubwürdigen Staat erfordern.
 

Daher ist nun in einem deutlichen Umfang vor allem internationale Hilfe gefordert. Der WHO-Regionaldirektor für Afrika, Matshidiso Moeti, fordert Verbesserungen bei Präventionsmaßnahmen sowie die Einrichtung von mehr Isolationsstationen. Für besonders risikobehaftete Länder stellte die WHO vorerst 15 Millionen Dollar bereit. Große Hoffnung liegt vor allem auf einem  2 Milliarden Dollar Paket der UN, das zur Bekämpfung von Covid-19 eingesetzt werden soll.

Was bedeutet das konkret? Wie kämpft die UN weltweit gegen die Ausbreitung von COVID-19?

Hilfsprogramme zu Hygiene und Gesundheit sind immer schon Kernthemen der weltweiten UN-Hilfe. Der Plan identifiziert nun insgesamt 38 Staaten, für die jeweils mindestens zwei von vier nachfolgenden Kriterien gelten: Die Staaten waren bereits vor Beginn der Corona-Krise auf humanitäre Hilfsprogramme der UNO angewiesen; das Gesundheitssystem in diesen Ländern ist unzureichend; in den Ländern gibt es viele Flüchtlinge und Binnenvertriebene; die bis zum Stichtag 20. März registrierte Zahl von Corona-Infizierten und Toten war in diesen Ländern besonders hoch.
Neben 21 afrikanischen Staaten nennt der Plan Syrien, den Libanon, Jemen, Jordanien, den Irak, die Türkei und Iran im Nahen und Mittleren Osten; Afghanistan, Myanmar, Bangladesch und Nordkorea in Asien; Venezuela, Haiti und Kolumbien in Lateinamerika sowie die Ukraine in Europa.
Unicef.org

Diese Länder sollen jetzt „umgehend“ mit Laboreinrichtungen für Corona-Tests, medizinischen Geräten zur Behandlung von Erkrankten sowie Schutzmasken versorgt werden. Zu diesem Zweck sollen in Afrika, Asien und Lateinamerika Versorgungslager eingerichtet und Luftbrücken für den Transport organisiert werden. Zudem sieht der Plan Informationskampagnen über Maßnahmen zum Schutz gegen das Coronavirus vor sowie die Installation von Einrichtungen zum Händewaschen in allen Lagern und Unterkünften für Flüchtlinge und Binnenvertriebene.

Federführung hat das Genfer UN-Koordinationsbüro für humanitäre Maßnahmen, umsetzen sollen Weltgesundheitsorganisation (WHO), Welternährungsprogramm (WFP) und UN-Kinderhilfswerk (Unicef) unter gleichberechtigter Beteiligung von Nichtregierungsorganisationen.


UN-Generalsekretär António Guterres:„COVID-19 ist eine Bedrohung für die gesamte Menschheit – und die gesamte Menschheit muss dagegen ankämpfen. Maßnahmen einzelner Länder werden nicht ausreichen. Wir müssen die besonders gefährdeten Menschen unterstützen – Millionen Menschen, die sich am wenigsten schützen können. Dies ist eine Frage der grundlegenden menschlichen Solidarität. Und es ist zentral für die Bekämpfung des Virus. Wir müssen uns jetzt für die am meisten gefährdeten Menschen einsetzen.“

Wollen Sie schnell und unbürokratisch helfen, ist dies über folgenden Links möglich:
https://www.unicef.de/informieren/projekte/unicef-ziele-110800/hygiene-111244/coronavirus-weltweit-kampf-gegen-ausbreitung-jetzt-spenden/212684

Kategorien: Allgemein