Dezember 2012

Bremen aktiv für die Menschenrechte …und Erdrechte

Pünktlich zum Tag der Menschenrechte (10. Dezember) veranstaltet das biz am 9. Dezember 2012 von 14-17 Uhr in Kooperation mit zahlreichen Bremer Gruppen, unter anderem ist auch das Wasserforum vertreten, am 2. Advent den Aktionstag „Bremen aktiv für die Menschenrechte“ in der Kirche Unser Lieben Frauen. Inhaltlicher Schwerpunkt ist in diesem Jahr das Thema Menschenrechte in Bezug auf ökologische Zerstörung und „Erdrechte“. Zahlreiche Beispiele weltweit belegen, dass Menschenrechtsverletzungen entweder Ursache oder Folge von Umweltzerstörung und Ausbeutung der natürlichen Ressourcen sind. Doch es gibt auch Ansätze, dieser Entwicklung entgegen zu wirken.

Nach der Eröffnung um 14 Uhr sind inhaltliche Gesprächsrunden mit ExpertInnen sowie musikalische Beiträge geplant. An themenbezogenen Infotischen können die BesucherInnen mit den beteiligten Gruppen ins Gespräche kommen. Das Mütterzentrum Osterholz-Tenever bietet Heißgetränke aus fairem Handel und selbst gebackene Weihnachtskekse an.

September 2012

Gebt Plastikmüll keine Chance! – Für eine saubere Weser

05. September: BUND-Aktion in Kooperation mit dem Wasserforum Bremen

Michael SackinhaltAuch diesen Sommer nutzen wieder viele Bremerinnen und Bremer die schönen Tage um sich zu einem Bier am Osterdeich oder zum Grillen am Werdersee zu treffen. Doch leider ähneln danach diese Orte eher Müllkippen als schönen naturnahen Erholungsgebieten, in denen wir uns alle so gerne aufhalten. Plastikverpackungen, Kronkorken und Becher sind der Hauptbestandteil des Müllberges. Er schadet nicht nur der Bremer Umwelt, sondern wird zum großen Teil auch über die Weser in die Nordsee gespült. Insgesamt landen über die Flüsse ca. 20.000 Tonnen Plastikmüll pro Jahr in der Nordsee.
Plastikmüll schadet dem Ökosystem auf unterschiedliche Weise. Tiere verwechseln es mit Nahrung und verschlucken es und verhungern qualvoll mit vollem Magen. Eine weitere tödliche Gefahr sind Kunststoffnetzte und Schnüre. Einmal darin verheddert, bedeutet dies für viele Tiere das Ende, denn aus eigener Kraft können sie sich meist nicht mehr befreien. Kunststoff setzen zudem viele giftige Substanzen frei, die sich über die Nahrungskette anreichern und so letztendlich wieder auf unseren Tellern landen. Auf der nur einen Kilometer langen Lankenauer Weserinsel sammeln BUND-Mitarbeiter pro Jahr etwa 80 große Säcke mit angespültem Plastikmüll ein. Dieser Abfall ist inzwischen in allen Uferbereichen der Weser ein großes Problem.

Zur Verdeutlichung der Problematik wird diese Müllmenge künstlerisch aufgearbeitet und bei der Aktion „Gebt Plastikmüll keine Chance!“ präsentiert. Die Aktion findet am 5. September um 11:30 Uhr zwischen Martinianleger und Schlachte statt. Das Wasserforum Bremen plant dort zusätzlich „Mit-Mach-Stationen“ für die Besucher/innen rund um die Themen Wasser und Müll. Der BUND-Bundesvorsitzende Hubert Weiger wird ebenfalls an der Aktion teilnehmen. Wir laden auch Sie herzlich ein!

Das Projekt wird gefördert vom Senator für Umwelt, Bau und Verkehr.
Rückfragen an Oliver Hofmann, oliver.hofmann@bund.net, Tel: 0421/79002-0

März 2011

Weltwassertag 2011

IMG_0907_bearbeitetAm 22. März 2011 fand der diesjährige Weltwassertag 2011 statt. Von 10 bis 16 Uhr konnten Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Klimahaus Bremerhaven 8° Ost an unterschiedlichen Aktionen zum Thema Wasser teilzunehmen. Das Angebot reichte  von Klangenschalen ausprobieren über die Ausstellung „Wasser in den Re(li)gionen” bis zu Strandbilderpuzzeln und einer Drehscheibe, bei der man den Wasserverbrauch verschiedener Verbraucher wie z. B. Bade, Putzen etc. abschätzen konnte.

 

 

Zu viel Salz in Werra und Weser

salzstaffelDie Firma K + S GmbH (Kali und Salz) mit Sitz in Kassel entsorgt große Mengen Salz (vor allem Natriumchlorid aus unterirdischen Lagerstätten),bei derer Produktion vor allem Kaliumdünger für die Landwirtschaft entsteht.
Dieses überschüssige Salz wird auf riesigen Halden deponiert, als Lösung in eine Gesteinsformation in den Untergrund verpresst oder auch in die Flüsse geleitet. Im Werragebiet entstehen pro Jahr 14 Millionen Kubikmeter Salzabwasser, von dem die Hälfte in die Werra eingeleitet wird. An der Fulda fallen jährlich 700 000 Kubikmeter vor allem durch Regenfall entstandene Salzabwässer von den Halden an. Diese sollen nach den Vorstellungen von K + S demnächst per Pipeline von 63 km Länge in die Werra eingeleitet werden. Damit würde die Salzlast der Werra um 10 Prozent zunehmen.

Da K+S GmbH vorhat, die zusätzliche Salzfracht bei Hochwasser in die Werra einzuleiten, würde sie auch noch die gesamte Flussaue mit ihren wertvollen Lebensräumen „versalzen“ . Sensible Arten wären dadurch in ihrer Existenz vermehrt bedroht.

„Von 34 möglichen Fischarten werden lediglich 19 gelegentlich gesichtet. 30 bis 50 Prozent aller Fische in der Werra sind krank. Ein eindeutiges Zeichen, dass die Salzlast für die Fische zu hoch ist“, so Annegret Reinecke, Wasserreferentin vom der Umweltorganisation ROBIN WOOD. Alternativ zur Einleitung in die Werra ist eine Pipeline im Gespräch, die das Salzabwasser direkt in die Nordsee abführen soll.

Der in Kriegszeiten eingeführte und immer noch gültige Grenzwert von 2500 mg Chlorid pro Liter hat heutzutage schon lange keine Berechtigung mehr. Klaus Prietzel, Vorsitzender des BUND Bremen betont: „Die Konzentration muss unter 100 mg Chlorid/Liter liegen, damit ein natürlicher Zustand herrschen kann. Die gültige europäische Wasserrahmenrichtlinie gibt 200 mg Chlorid pro Liter als maximale Belastung für Süßwasserflüsse an. Diesen Wert müssen wir mindestens erreichen.“
Die Bremer Umwelt- und entwicklungspolitischen Verbände bekräftigen folgende Punkte aus dem Forderungskatalog der gemeinsamen Erklärung “Für eine lebendige Werra, Fulda und Weser“:

> Die Herstellung eines guten Gewässerzustandes für die gesamte Werra, Fulda und Weser
> Veröffentlichung aller Untersuchungsberichte über die Auswirkungen der Salzbelastung und der Maßnahmen zu ihrer Vermeidung und Reduktion
> Eine zeitnahe umweltverträgliche Beseitigung der Salze