Zu viel Salz in Werra und Weser

Die Firma K + S GmbH (Kali und Salz) mit Sitz in Kassel entsorgt große Mengen Salz (vor allem Natriumchlorid aus unterirdischen Lagerstätten),bei derer Produktion vor allem Kaliumdünger für die Landwirtschaft entsteht.
Dieses überschüssige Salz wird auf riesigen Halden deponiert, als Lösung in eine Gesteinsformation in den Untergrund verpresst oder auch in die Flüsse geleitet. Im Werragebiet entstehen pro Jahr 14 Millionen Kubikmeter Salzabwasser, von dem die Hälfte in die Werra eingeleitet wird. An der Fulda fallen jährlich 700 000 Kubikmeter vor allem durch Regenfall entstandene Salzabwässer von den Halden an. Diese sollen nach den Vorstellungen von K + S demnächst per Pipeline von 63 km Länge in die Werra eingeleitet werden. Damit würde die Salzlast der Werra um 10 Prozent zunehmen.

Da K+S GmbH vorhat, die zusätzliche Salzfracht bei Hochwasser in die Werra einzuleiten, würde sie auch noch die gesamte Flussaue mit ihren wertvollen Lebensräumen „versalzen“ . Sensible Arten wären dadurch in ihrer Existenz vermehrt bedroht.

„Von 34 möglichen Fischarten werden lediglich 19 gelegentlich gesichtet. 30 bis 50 Prozent aller Fische in der Werra sind krank. Ein eindeutiges Zeichen, dass die Salzlast für die Fische zu hoch ist“, so Annegret Reinecke, Wasserreferentin vom der Umweltorganisation ROBIN WOOD. Alternativ zur Einleitung in die Werra ist eine Pipeline im Gespräch, die das Salzabwasser direkt in die Nordsee abführen soll.

Der in Kriegszeiten eingeführte und immer noch gültige Grenzwert von 2500 mg Chlorid pro Liter hat heutzutage schon lange keine Berechtigung mehr. Klaus Prietzel, Vorsitzender des BUND Bremen betont: „Die Konzentration muss unter 100 mg Chlorid/Liter liegen, damit ein natürlicher Zustand herrschen kann. Die gültige europäische Wasserrahmenrichtlinie gibt 200 mg Chlorid pro Liter als maximale Belastung für Süßwasserflüsse an. Diesen Wert müssen wir mindestens erreichen.“
Die Bremer Umwelt- und entwicklungspolitischen Verbände bekräftigen folgende Punkte aus dem Forderungskatalog der gemeinsamen Erklärung “Für eine lebendige Werra, Fulda und Weser“:

> Die Herstellung eines guten Gewässerzustandes für die gesamte Werra, Fulda und Weser
> Veröffentlichung aller Untersuchungsberichte über die Auswirkungen der Salzbelastung und der Maßnahmen zu ihrer Vermeidung und Reduktion
> Eine zeitnahe umweltverträgliche Beseitigung der Salze