2015

Oktober 2015

Anlässlich des Welttages des Händewaschens ruft UNICEF dazu auf, Kindern besseren Zugang zu Hygiene zu ermöglichen.

Dazu zählt insbesondere der Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Anlagen sowie Aufklärung über Gesundheitsrisiken. Regelmäßiges Händewaschen mit Wasser und Seife ist einer der einfachsten und kostengünstigsten Wege, um lebensgefährliche Krankheiten bei Kindern zu verhindern. Weltweit sterben laut UNICEF täglich rund 1.400 Kinder an Durchfall. 800 dieser Todesfälle lassen sich direkt auf mangelnde Hygiene zurückführen.

In den ärmsten Ländern der Erde ist Händewaschen nicht selbstverständlich – vor allem, weil die Familien keinen Zugang zu sauberem Wasser und Waschgelegenheiten haben, aber auch, weil ihnen der Zusammenhang von Hygiene und Krankheiten nicht ausreichend bewusst ist. Laut einem aktuellen Bericht von UNICEF und Weltgesundheitsorganisation sind vor allem im südlichen Afrika die Möglichkeiten des Händewaschens heute nach wie vor sehr schlecht. In den meisten Ländern dieser Region waschen sich höchstens 50 Prozent der Menschen regelmäßig die Hände mit Seife. Fast die Hälfte aller Gesundheitsstationen hat dort keinen Wasseranschluss.

Am Welttag des Händewaschens machen weltweit Regierungen, internationale Organisationen, NGOs, Unternehmen und Privatpersonen auf die Bedeutung von besserer Hygiene aufmerksam.

www.globalhandwashingday.org

UNICEF, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, führt in mehr als 100 Ländern weltweit Programme für Trinkwasser und Hygiene durch. Bei Naturkatastrophen und Krisen stellt UNICEF unter anderem große Mengen von Chemikalien zur Wasserreinigung bereit und verteilt Hygienesets mit Seife, Waschmittel und anderen Hygieneartikeln an Kinder und Flüchtlinge in Notunterkünften – so zum Beispiel in Syrien und in seinen Nachbarländern.

Zu salzige Weser?

Das Thema „Salz in der Weser“ zieht sich schon seit Jahrzehnten durch Presse, Behörden und Verbänden. Hiermit ist nicht das Nordseewasser gemeint, dass mit der Tide in die Wesermündung eindringt. Es geht um die Entsorgung der Abfallprodukte aus der Kaliindunstrie. Um den Dünger Kalium zu gewinnen werden vom Kali-Peroduzenten Kali und Salz mit Sitz in Kassel große Salzmengen aus Salzstöcken gefördert, ausgebeutet und die riesige Mengen an Restsalzen der Landschaft samt Gewässern und bestimmten Bodenschichten überantwortet. In jedem Fall sind damit umfangreiche Umweltschäden verbunden.
Abgesehen von Umweltorganisationen beschäftigt das Thema inzwischen Staatsanwaltschaften und die EU-Behörde in Brüssel. Da momentan ein öffentliches Beteiligungsverfahren an Vorschlägen und Plänen läuft, europaweit einen guten Zustand der Gewässer zu erreichen, folgen hier Vorschläge der Umweltorganisation ROBIN WOOD, um die Gewässerqualität zu verbessern.

Siehe:
Weser Kurier zum Thema „Salzige Weser “

oder auch:

Robin Wood Stellungnahmen Salz


September 2015

 

Aktionstag zu den Sustainable Development Goals (SDGs) in Bremen, 26.09.15

Der September 2015 ist weltweit ein wichtiger Monat, denn die SDGs (Sustainable Development Goals, nachhaltige Entwicklungsziele) werden von der Generalversammlung der UN verabschiedet. Am 24./25.9 wird sie darüber debattieren und hoffentlich die Weltgemeinschaft in ihrer Entwicklung wesentlich weiterbringen. Momentan versuchen Arbeitsgruppen noch die 17 Ziele mit ihren 169 Unterzielen übersichtlicher zusammenzufassen, die Indikatoren zur Einschätzung der Zielerreichung zu formulieren und eine weltweit vergleichbare Datenerfassung zu finden.

In Bremen wird am Samstag, 26.9.15 von 12-17 Uhr ein vom Bremer entwicklungspolitischen Netzwerk BeN e.V. organisierter Aktionstag auf dem Bremer Marktplatz dazu stattfinden. Die Verbände des WASSERFORUM BREMEN werden vor Ort sein und über ihre Arbeit berichten.

Programmpunkte des Aktionstages sind:
12.00 Uhr Eröffnung mit Sambarhythmen
14.00 Uhr öko-faire Modenschau

Durchgehend: Mitmachaktionen, Begleitprogramm (Samba, Akkordeon, Stelzenläufer),nachhaltiger Kaffee und Kuchenangebote

Transforming Our World – The 2030 Agenda for Sustainable Development:
http://earthsummit2012.blogspot.com/2015/08/transforming-our-world-2030-agenda-for.html


Juli 2015

EuGH-Urteil zu BUND-Klage gegen Weservertiefung bringt große Fortschritte für den Gewässerschutz in Europa

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) in Luxemburg stellt einen Meilenstein für den Gewässerschutz in ganz Europa dar. Auslöser war die 2011 eingereichte Klage des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gegen die Weservertiefung. Die Bundeswasserstraßenverwaltung plant auf Betreiben der Bundesländer Bremen und Niedersachsen die Vertiefung der Weser auf 120 km Flusslänge zwischen Bremen und der Nordsee. Große Seeschiffe sollen dadurch länger am Tag die Häfen anlaufen können. Die Folgen für die Natur sind erheblich. Vor allem kommt es zu deutlichen Verschlechterungen des Wasserkörpers: Der Tidenhub steigt weiter an, die Strömungsgeschwindigkeiten nehmen zu, die Salzwasserfahne dringt vom Meer her weiter in den Fluss ein. Das sind klare Verschlechterungen des physikalisch-chemischen Zustands der Flussmündung, die zu entsprechenden Verschlechterungen der Lebensgemeinschaften führen. Damit würde der stetige Verschlechterungstrend der vorangegangenen zwölf Weservertiefungen weiter fortgesetzt. Genau das aber soll nach europäischem Wasserrecht, der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), nicht mehr passieren. Vielmehr sollen die europäischen Gewässer und Grundwasserkörper im guten Zustand sein oder dahin zurückversetzt werden. In Deutschland sind die meisten Gewässer in mäßigem oder gar schlechtem Zustand und haben deshalb hohen Verbesserungsbedarf, aber gar keinen Spielraum für Verschlechterungen.

Diese Problematik spielt in der BUND-Klage gegen die Weservertiefung eine zentrale Rolle. Das Bundesverwaltungsgericht kam vorläufig zu einer ähnlichen Einschätzung und  hatte deshalb einen Vorlagebeschluss beim EuGH eingereicht, um die Bedeutung des Verschlechterungsverbots und Verbesserungsgebots in der WRRL höchstrichterlich klären zu lassen.

Die heutige Entscheidung des EuGH folgt in weiten Teilen dem Plädoyer des Generalanwalts. Damit gilt in Europa zukünftig ein in erster Linie am Gewässerschutz ausgerichtetes Wasserrecht. Das Verschlechterungsverbot hat endlich Zähne bekommen. Die Notwendigkeit, mit Maßnahmen und Projekten eine Verbesserung hin zum guten Zustand tatsächlich zu erreichen, wurde unterstrichen. Carl-Wilhelm Bodenstein-Dresler, Landesgeschäftsführer des BUND Niedersachsen: „Das ist ein großer Erfolg für Bäche, Flüsse, Seen und Grundwasserkörper in ganz Europa. Die Rechtsauffassung des BUND wurde vom EuGH weitgehend bestätigt. Die jahrelangen Aufwendungen und Mühen, die der BUND allein mit mehreren tausend Stunden ehrenamtlicher Arbeit in diese Klage investiert hat, haben sich ausgezahlt. Als Anwalt der Natur  sind wir sehr froh, diese richtungweisende Rechtsetzung erstritten zu haben.“

Rechtsanwalt Rüdiger Nebelsieck, der den BUND im Klagverfahren vertreten hat, weist auf einige Aspekte des EuGH-Urteils besonders hin:

  • Das Verschlechterungsverbot der WRRL gilt als verbindliche Zulassungsschranke in jedem Genehmigungsverfahren und nicht nur als unverbindliche Maßgabe für die Bewirtschaftungsplanung eines Gewässers.
  • Der Begriff der Verschlechterung erfasst nicht nur nachteilige Veränderungen, die zu einer Einstufung in eine niedrigere Zustandsklasse führen. Eine Verschlechterung liegt schon dann vor, wenn sich der Zustand von wenigstens einer Qualitätskomponente um eine Klasse verschlechtert. Dies gilt unabhängig davon, ob die Verschlechterung der betroffenen Qualitätskomponente dazu führt, dass sich die Gesamtbewertung des ökologischen Zustands des Gewässers dadurch ebenfalls um eine Klasse verschlechtert, so wie Deutschland bislang vorgegangen ist. Ist die betreffende Qualitätskomponente bereits in der niedrigsten Klasse eingeordnet, stellt jede Verschlechterung dieser Komponente eine „Verschlechterung des Zustands“ dar.
  • Das Verbesserungsgebot verbietet es den Mitgliedsstaaten –  vorbehaltlich der Erteilung einer an strenge Auflagen gebundenen Ausnahme –  ein Vorhaben zuzulassen, wenn dieses die Erreichung der Ziele der WRRL ernstlich gefährdet.

Das EuGH-Urteil hat erhebliche Auswirkungen auf die Weservertiefung, genauso wie auf die Elbvertiefung, andere große Veränderungen von Oberflächengewässern und Beeinträchtigungen von Grundwasserkörpern. Zur Weservertiefung muss das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig nun auf Basis des Grundsatzurteils des EuGH abschließend entscheiden.  Der Bremer BUND-Landesgeschäftsführer Martin Rode betont: „Die wasserrechtlichen Hürden für die Weservertiefung sind jetzt deutlich größer geworden. Möglicherweise steht das Projekt nun endgültig vor dem Aus. Auf jeden Fall muss die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes endlich eine Antwort darauf finden, wie sie die klaren Verschlechterungen am Wasserkörper der Wesermündung verhindern und effektive Verbesserungen herbeiführen kann.“ Nach Einschätzung des BUND bedeutet das, am Ende muss der Tidenhub kleiner werden und die Salzwasserfahne darf nicht weiter in den Fluss eindringen. Verbesserungen der kritischen Situation in den Nebenflüssen, allen voran im Naturschutzgebiet ´Untere Wümme´ sind unumgänglich. BUND-Sprecher Rode ergänzt: „Wir fordern Bundesregierung und Bundesländer auf, von Weservertiefung und Elbvertiefung Abstand zu nehmen und stattdessen endlich eine ernsthafte Hafenkooperation unter Einbeziehung des immer noch nahezu leer stehenden Tiefwasserhafens in Wilhelmshaven zu beginnen.“


April 2015

Fragen und Antworten: Der menschliche Part im ökologischen Kreislauf

 Ein Interview mit Christopher Kellner, Water and Sanitation Association of Zambia (WASAZA)

BORDA: Alles, was unser Planet beherbergt ist Teil des Lebenskreislaufs. In der Natur hängt alles zusammen und beeinflusst sich wechselseitig: Wachstum und Verfall bedingen einander. Manche drücken es so aus: Nahrung wird zu Müll, Müll wird zu Nahrung. Doch unsere moderne Art zu leben isoliert den Menschen zunehmend von der Natur und ihren ökologischen Prozessen.
Hier also meine Frage an dich, Christopher; sind Menschen in unserer modernen Welt überhaupt noch Teil des ökologischen Kreislaufs?

Christopher: Als lebende Wesen, natürlich. Aber es ist auch wie du sagtest. Es gibt ein Bestreben, den menschlichen Einfluss auf das natürliche Umfeld zu verringern, was auch bedeutet, dass wir zunehmend aus dem ökologischen Kreislauf aussteigen.

BORDA: Warum ist das so?

Christopher: Naja, der Grund ist, dass wir – besonders in Städten, in denen sehr viele Mensen auf engem Raum zusammenleben – einige Gefahren und unschöne Nebeneffekte erfahren haben. Nehmen wir z.B. die sanitäre Versorgung: Aktuell fließt nur ein Bruchteil des erzeugten Abwassers im Afrika südlich der Sahara in zentrale Kläranlagen. Das meiste wird zwischenzeitlich in Klärgruben gesammelt. Schließlich endet der Großteil dieses „menschlichen Abfalls“ in Flüssen und Grundwasser. Diese unbehandelten Abwässer verschmutzen die Frischwasser-Ressourcen und können durch Wasser übertragene Krankheiten verursachen, an denen viele Menschen – besonders Kinder – leiden und sterben.

BORDA: Mit diesen negativen Auswirkungen im Blick – sollten moderne Menschen überhaupt noch Teil des ökologischen Kreislaufs sein?

Christopher: Ja, absolut! Wir sind ein Teil der Natur und werden dies auch immer sein. Die entscheidende Frage ist, wie wir mit Abwasser umgehen. Die Auswirkungen davon, dass Abwässer unbehandelt entsorgt werden, sind ja nur eine Seite der Geschichte. Die andere Seite ist, dass wenn wir Abwässer richtig behandeln, sie eine hervorragende, nährstoffreiche Ressource darstellen. Denken Sie mal so herum: Wo kommen die Fäkalien her? Die Antwort ist: vom Essen. Bevor es Fäkalien wurden, war es unser Essen, Nährstoffe des Menschen sozusagen. Ursprünglich war es pflanzliches Material, das wir entweder direkt gegessen haben oder das unser Vieh gegessen hat, bevor wir es geschlachtet haben. Unsere Fäkalien im Gegenzug enthalten eine Menge Nährstoffe, die Pflanzen nähren, die wiederum uns ernähren. Sehen Sie? Und das ist die Möglichkeit, wie wir den ökologischen Kreislauf schließen können und wieder ein Teil des Nahrungskreislaufs werden können.

BORDA: Zerstören die Fäkalien, besonders der Urin, die Pflanzen nicht?

Christopher: Das ist eine Frage der Dosierung. In einem Mischungsverhältnis mit einem Teil Urin und 3 Teilen Wasser werden Pflanzen nicht beschädigt. Und im Durchschnitt kann der Urin einer Familie für sie das pflanzliche Essen auf 1000m² Gartenfläche produzieren.

BORDA: Wow, das ist beeindruckend! Aber schmeckt das Essen dann nicht nach Fäkalien oder Urin?

Christopher: (Lacht) Was den Geschmack angeht, nein, die Pflanzen schmecken in keinster Weise danach.

BORDA: Und was ist mit dem Problem der Krankheiten, über das wir vorhin sprachen?

Christopher: In diesem Fall sind Krankheiten kein Problem, wenn klug vorgegangen wird. Der Urin sollte nur zu den Wurzeln der Pflanzen gegeben werden und die Fäkalien sollten sich ein Jahr in einem Komposthaufen zersetzen können, bevor sie unter das Erdreich gemischt werden, in dem die Pflanzen wachsen.

BORDA: Ok. Das heißt, Urin und Fäkalien sollten voneinander getrennt werden?

Christopher: Ja! Lassen Sie es mich so erklären:

Urin ist verdautes Essen. Das heißt, dass alle Bestandteile des Essens, das wir gegessen haben, die gut und wichtig für unseren Körper sind verdaut wurden und in unseren Blutkreislauf aufgenommen wurden. Die Nieren filtern anschließend das Blut und entfernen bestimmte Bestandteile über den Urin: Wasser und 11 unterschiedliche Mineralien oder Elemente. Dies sind die gleichen Mineralien und Elemente, aus denen essbare Pflanzen bestehen.

Stuhl auf der anderen Seite besteht aus unverdauten Essensbestandteilen, die unser Verdauungssystem und Körper nicht verwerten kann und loswerden will. Das beinhaltet auch Parasiten und Bakterien, die Krankheiten verbreiten.

Also, um auf Ihre Frage zu antworten: Wenn die beiden Materialien, Urin und Fäkalien, gemischt werden, werden sie zu einem unguten Brei. Der unproblematische Urin verflüssigt den problematischen Stuhl und erhöht das Volumen des problematischen Materials um das sechsfache.

BORDA: Um das sechsfache?

Christopher: Korrekt. Das resultiert aus dem Verhältnis, in dem Urin und Stuhl im menschlichen Körper an einem Tag produziert werden: Urin ist unproblematisch – einfach zu handhaben und zeigt sofortige Wirkung auf das Pflanzenwachstum und die Gesundheit der Pflanze – und wir produzieren sehr viel davon, um die 2 Kg am Tag. Stuhl ist problematisch, muss vorsichtig behandelt werden, aber hat nur ein geringes Gewicht und Volumen (0.4 Kg am Tag). Wenn beide gemischt werden, haben wir am Ende sechsmal so viel problematisches Material, mit dem wir umgehen müssen.

BORDA: Und wie können wir bequem unseren Urin sammeln?

Christopher: Eine Option ist, eine Komposttoilette zu installieren. Über ein Urinal (für Männer) fließt der Urin in einen Tank. Von dort aus kann er in Kannen oder Flaschen abgefüllt werden. Die abgefüllten Flaschen können im Garten gelagert werden, bis Dünger benötigt wird.

BORDA: Und wie wird der Dünger angewendet?

Christopher: Die Flaschen sollten schon zu ¾ mit Wasser gefüllt sein. Dann wird das verbliebene Drittel mit Urin von dem Urin-Wasserhahn aufgefüllt. In diesem Verhältnis riecht die Mischung nicht und kann auf das Erdreich um das Gemüse, die Bäume und Blumen gegossen werden – den ganzen Garten also.

BORDA: Und der Stuhl?

Christopher: Bleiben wir beim Beispiel einer Komposttoilette: Da die Toilette erhöht ist, fällt der Stuhl auf eine abgeschrägte Fläche. Von Zeit zu Zeit muss der Stuhl bedeckt werden. Somit entstehen Schichten aus Stuhl und Erde, wodurch die Mikroben im Erdreich die Nährstoffe und Bakterien im Stuhl verwerten können. So ist der Grad an Feuchtigkeit genau richtig, um eine fruchtbare Gartenerde – sogenannten Humus – zu erzeugen.

Auf diese Weise ist es möglich, nährstoffreiche Erde für unsere Gartenpflanzen zu erzeugen und gleichzeitig einen flüssigen Dünger, der ihr Wachstum und ihre Gesundheit unterstützt.

BORDA: Sehr interessant! Nun bleibt nur noch: Wo kann ich eine solche Komposttoilette in Aktion sehen?

Christopher: Willkommen im WASAZA Büro in Lusaka, Sambia! Unser Büro liegt an der Great East Road, nahe der Bushaltestelle UNZA an der Fußgängerbrücke!


März 2015

Nachhaltige Entwicklungsziele nach 2015

Die im Jahr 2001 von der UN beschlossenen Entwicklungsziele (Millennium Development Goals, MDGs) laufen 2015 aus. Jetzt gilt es ein Resümee zu ziehen und einen Weg zu gestalten, der nach 2015 verfolgt wird. Weiterführend wurde im Rahmen der Post-2015-Agenda, während der Rio+20 UN-Konferenz 2012 beschlossen, eine nachhaltige Entwicklung voranzutreiben und diese in die Entwicklungsziele der Mitgliedstaaten zu implementieren. Hierzu wurde eine Arbeitsgruppe (Open Working Group, OWG) gegründet, welche die Aufgabe hatte einen Vorschlag für nachhaltige Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) auszuarbeiten. Dieser wurde im Juni 2014 an die Vereinten Nationen abgegeben. Er umfasst u.a. sowohl die Ziele „Bekämpfung von Armut in allen ihren Formen zu beseitigen“ und eine „gleichberechtigte hochwertige Bildung für alle“, als auch die „nachhaltige Nutzung der Meere, Ozeane und marinen Ressourcen“ und „den Zugang zu Trinkwasser für alle“. Insgesamt wurden 17 Ziele und 169 Unterziele ausgearbeitet. Zurzeit dient er als Grundlage für die laufenden Verhandlungen, welche im September, im Rahmen der UN-Generalversammlung, mit der Verabschiedung der nachhaltigen Entwicklungszielen abgeschlossen werden sollen. Nach der Verabschiedung sind die Mitgliedstaaten dazu aufgefordert die SDGs in nationale Ziele umzusetzen.

Mehr Informationen finden Sie im Anhang unter „SDG – Goal 14“ und „Nachhaltige Entwicklungsziele“

SDG – Goal 14

Nachhaltige Entwicklungsziele


Hai und Krake unterwegs für sauberes Wasser – Aktion zum Weltwassertag 2015

Was tun Hai und Krake in der Bremer Innenstadt? Mit diesen Kostümen laufen die Mitglieder des Bremer Wasserforums heute durch die Stadt, um auf den Weltwassertag am 22. März aufmerksam zu machen. Wasser und nachhaltige Entwicklung sind das Kampagnenthema 2015. Ein nachhaltiger Umgang mit Wasser – lokal und global ist auch Ziel des Wasserforums, in dem sich Bremer Entwicklungs- und Umweltverbände, wie Robin Wood, BUND Bremen, UNICEF, biz und Borda zusammengeschlossen haben. Sie engagieren sich dafür, dass es auch für künftige Generationen weltweit sauberes Trinkwasser und intakte Gewässer gibt.

Der Zugang zu sauberem Wasser ist zwar verbrieftes Menschenrecht, trotzdem fehlte er 2014 noch immer bei 770 Millionen Menschen auf der Welt. Zudem mangelt es vielen Ländern an Sanitäranlagen, z.B. in Indien. Dort haben nur 35 % der Bevölkerung  Zugang zu Toiletten. Jeden Tag sterben weltweit rund 1.000 Kinder unter fünf Jahren an Durchfallerkrankungen, die durch verschmutztes Trinkwasser, fehlende Toiletten und mangelnde Hygiene verursacht werden.

Indirekt beeinflusst auch unser Konsumverhalten hierzulande die Wasserknappheit in anderen Ländern. Denn für die Erstellung von Produkten, die wir importieren, wird vor Ort immer auch Wasser benutzt. Beispielsweise führt der intensive Obst- und Gemüseanbau in Südspanien zu Schwierigkeiten in der Wasserversorgung für die Bevölkerung dort. Aufgrund des sinkenden Grundwasserspiegels wird das Wasser knapp und es müssen immer tiefere Brunnen gebohrt werden. „Deshalb sollte das Motto für jeden von uns sein, möglichst saisonal, regional, bio und fair einzukaufen, so werden Ressourcen, also auch Wasser und Klima geschont“, meinen die Mitglieder des Wasserforums Bremen.

Ansprechpartnerin: Mareile Timm, BUND Bremen, Tel.: 0421 7900 244 oder 0175 5611089, Email: mareile.timm@bund-bremen.net


Abschluß der UNICEF Kampagne „Wasser Wirkt“ 2012-2015

Seit dem Start 2012 bis zum März 2015 wurden in Deutschland über 5,6 Millionen Euro für die Kampagne „Wasser wirkt“ gespendet.
In sechs Projektländern konnte UNICEF mit diesen Spenden viel erreichen – hier ein Beispiel aus Äthiopien:
In Ebo, Region Tigray, wurde ein Wassersystem mit Tiefbrunnen, Tauchpumpe, Generatoren, zwei großen Reservoirs und über 18 Kilometer langen Rohrleitungssystemen eingeweiht. Die Spenden haben es ermöglicht, dass nun 27.000 Menschen verlässlich mit sauberem Wasser versorgt werden. In den Dörfern hat UNICEF Wasserkomitees geschult, die darauf achten, dass die Wasserquellen im Dorf sauber bleiben und instand gehalten werden. Sie helfen außerdem, in ihren Gemeinden über einfache Hygieneregeln zu informieren, zum Beispiel über das Händewaschen mit Seife. So können die Familien ihre Kinder besser vor gefährlichen Krankheiten schützen. Das Projekt zeigt, dass es auch in sehr trockenen und abgelegenen Regionen möglich ist, Familien nachhaltig mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. Mit Spenden aus Deutschland plant UNICEF jetzt in der Region Tigray drei weitere Wassersysteme. Den vollständigen Beitrag zum Abschluss der Kampagne finden Sie hier: März_2015_Wasser_wirkt_Report

 

Trinkwassergewinnung Bremens auf dem Prüfstand – Bund fordert umweltschonende Wasserentnahme

Die Gewinnung des Bremer Trinkwassers wirkt sich auf erhaltenswerte Biotope in der Umgebung des Wasserwerks Panzenberg bei Verden aus. Hier ist der Grundwasserspiegel nach neuer gutachterlicher Feststellung aufgrund der Trinkwassergewinnung von bis zu 8 Mio m³ Wasser deutlich abgesunken. Die Halse, ein Seitenbach der Aller, ist deshalb bereits seit Jahren sommerlich ausgetrocknet. Würde die Förderung 30 Jahre fortgeführt, wären noch weitere Gebiete, z.B. das Holtumer Moor gefährdet. „Eine Genehmigung für eine Fördermenge von 9,5 Mio m³ Wasser aus dem Wasserwerk Panzenberg für weitere 30 Jahre darf es aus Naturschutzgründen keinesfalls geben“, so Martin Rode, Geschäftsführer des BUND Bremen. „Die Trinkwasserentnahme muss drastisch auf das ökologisch verträgliche Maß reduziert werden. Da ca. 90 % des hier geförderten Trinkwassers nach Bremen fließen, muss für die Bremer Trinkwasserversorgung kurzfristig ein alternativer Versorgungsplan entwickelt werden. Dazu könnte dann auch die zwar kostspielige, aber mögliche Trinkwassergewinnung aus der Weser zählen. Dann muss aber gleichzeitig die Wasserqualität des Flusses, z.B. durch eine Reduzierung der Versalzung, verbessert werden. Der BUND Bremen fordert vom Senator für Umwelt, Bau und Verkehr und  die swb AG, die für die Bremer Trinkwasserversorgung zuständig sind, innerhalb eines Jahres einen Umstellungsplan zu erarbeiten, um eine Trinkwasserversorgung Bremens ohne Umweltschädigungen andernorts zu ermöglichen.

Einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der Trinkwassergewinnung leistet auch das Einsparen von Trinkwasser. Potenzial besteht vor allem bei Haushalten, öffentlichen Einrichtungen und Kleingewerbe, die zusammen etwa 80% des Leitungswassers nutzen. Der BUND Bremen informiert und berät hierzu u.a. im Rahmen des vom Senator für Umwelt, Bau und Verkehr geförderten Projekts „Trinkwassereinsparung, Wasser- und Ressourcenschutz in Bremen mit Firmen, Institutionen und in Privathaushalten“ ein. www.bund-bremen.net/trinkwasser