FlussFilmFest Bremen – Samstag, 25. Mai 2019, 15:30

Erstmalig war Bremen am 25. Mai 2019 Spielort des bundesweit stattfindenden FlussFilmFestes, dass das WASSERFORUM BREMEN in Kooperation mit der GrünenLiga ausrichtete.

Wilde Ströme, entlegene Gegenden und Menschen, die uns diese Schönheit näher bringen, indem sie uns in berauschenden Bildern auf ihre Abendteuer mitnehmen. Flusslandschaften in fazinierender Dynamik, die von mutigen Aktivisten gegen Staudämme und Talsperren geschützt werden. Von der Quelle zum Meer, unser Umgang mit unseren Flüssen vor unserer Haustür und weltweit – davon erzählt das FlussFilmFest.

Frischwasser Ökosysteme zählen zu den gefährdetsten Ökosystemen der Erde. Wir sind Zeugen einer Frischwasserbiodiversitätskrise und Wasserkraft ist ein maßgeblicher Akteur. 

In Europa gibt es beinahe keine frei fließenden Flüsse mehr. Die letzten Wildflüsse werden von Staudämmen und Wasserkraftwerken bedroht.

Intensive Agrarwirtschaft ist eine Bedrohung für den Zustand unseres Grundwassers, unserer Flüsse, Seen und der Meere. Der gezielte Einsatz von Pestiziden, der Mangel an Pufferzonen und die Trockenlegung der Feuchtgebiete ist Grund für den hohen Bestand an Nährstoffen, die unsere Gewässersysteme erreichen und diese verschmutzen.

Austrocknung von Feuchtgebieten resultiert in einem erhöhten Ausstoß von Treibhausgasen.

Es wird geschätzt, dass etwa 1.800.000.000.000 Kilogramm Plastik im großen Pazifischen Müllstrudel herumschwimmen, doch Wissenschaftler warnen bereits über die Menge an Mikroplastik, die sich in tieferen Bereichen der Meere befinden und deren Masse wir nicht mal erahnen können.

Mit dem FlussFilmFest soll die Gesellschaft für den Zustand der Gewässer sensibilisieren. Dem Publikum wurde von der Bedrohung der Gewässer berichtet und auf die schwerwiegenden Langzeitfolgen aufmerksam gemacht. Gleichzeitig wurden auch Auswege und Lösungsansätze gezeigt indem Geschichten von erfolgreichen Protesten kleiner Gemeinden erzählez wurden. Vor allem aber wurde durch die Schönheit frei fließender Gewässer verzaubert, wodurch erinnert wurde, dass diese Ökosysteme schützenswert sind.

Mehr Infos gibt es unter:http://flussfilmfest.org/index.php/feste/13-flussfilmfest-bremen Ort CITY 46 – Kommunalkino Bremen e. V. – Birkenstraße 1 – 28195 Bremen

Diese Filme wurden gezeigt:

Block I (ab 15.30 Uhr): Gebändigte Gewässer 

Blue Heart von Patagonia // OmU (engl./dt.) // GB 2018 // 40 Min.

Allein in Albanien sind einige der letzten wilden Flüsse durch die Planung 500 neuer Staudämme bedroht. Blue Heart nimmt seine Zuschauer mit auf eine Reise nach Osteuropa und stellt Perspektiven von Einheimischen und Tieren entlang dessen Wildflüsse dar.

Expertengespräch über die Zerstörung von Biodiversität an Flüssen durch Baumaßnahmen.

Block II (ab 17.15 Uhr): Von der Quelle zum Meer (Kurzfilme)

Water from the Mountain von Jeremy Monroe, David Herasimtschuk und Freshwaters Illustrated // OV (engl.) // USA/Puerto Rico 2017 // 16 Min.

Krabben im Wasserkreislauf der Hauptgewässer des El Yunque Nationalparks im Nordosten Puerto Ricos.

The Discarded von Sound Off Films und Adrienne Hall // OmU (port./engl.) // Brasilien 2016 // 19 Min.

The Discarded führt uns zurück ins Jahr 2016, nach Rio de Janeiro, Austragungsort der Olympischen Sommerspiele. Während riesige Geldsummen in die Vorbereitung des Events fließen, fehlen den Anwohnern einfache Abfall- und Sanitäranlagen. Der Müllteppich auf Wasser und Land wächst rasant an und wirft gesellschaftspolitische Fragen auf.

Sea of Miracles von Dan Malloy und Patagonia // OmU (jap./eng.) // Japan 2017 // 17 Min.

Lokale Aktivisten protestieren gegen ein geplantes Atomkraftwerk in Kaminoseki, Japan. Seit der Nuklearkatastrophe in Fukushima bedroht das Vorhaben die artenreiche Küste der japanischen Binnenmeere.

Block III (ab 19.00 Uhr): Konsumentenmacht oder eher Ohnmacht? – Flüsse an Textilfabriken

River Blue von David McIlvride und Roger Williams // OV USA 2017 // 95 Min.

Die Modewelt lässt eine Fülle von Textilprodukten in Ländern ohne Abwasserentsorgung produzieren. Der Umweltaktivist Mark Angelo präsentiert uns in River Blue die Umweltfolgen für Flüsse, die an Textilfabriken liegen und im Schaufenster großer Modemarken weit entfernt scheinen.

Diskussion mit Ingeborg Mehser (Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt/Kampagne für Saubere Kleidung).