Wasserquiz

Veröffentlicht von Wasserforum Bremen am

Wie viel Prozent des Wassers weltweit ist Süßwasser?

Obwohl Wasser über 70% der Erdoberfläche bedeckt, sind nur etwa 3-4% davon Süßwasser. Und von diesem Prozentsatz können wir Menschen selbst wiederum nur 0,3% direkt nutzen, da der Rest in Schnee und Eis gebunden ist oder in großen Tiefen lagert. Im Verhältnis zur globalen Gesamtwassermenge sind dies 100.000 Kubikkilometer (km³) bzw. 0,008 %.

Wasserknappheit bezeichnet eine Größe der Verfügbarkeit von Süßwasser pro Person und Jahr. Wie ist Wasserknappheit definiert?

Beide Antworten sind richtig: Nach dem sogenannten demografischen Ansatz, nach der Definition der schwedischen Hydrologin MALIN FALKENMARK, liegt Wasserknappheit dann vor, wenn das erneuerbare Süßwasserangebot pro Person und Jahr unter 1700m³ liegt. Sind nicht mehr als 1000³ vorhanden, herrscht Wassermangel vor. Eine lebensbedrohliche Wasserkrise besteht bei unter 500m³ pro Person pro Jahr. Dem sogenannten technischen Ansatz folgend, den die Kommission für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (VN-CSD anwendet, herrscht mittlerer bis hoher Wasserstress in einm Land, wenn die jährlich entnommene Menge 20 % des gesamten erneuerbaren Süßwasservorrats übersteigt. Steigt dieser prozentuale Anteil auf mehr als 40% bestehet hoher Wasserstress.

Wie viele Menschen insgesamt haben mindestens einen Monat im Jahr mit Wassermangel zu leben?

Einer 2016 veröffentlichten Studie nach, mussten im Untersuchungszeitraum von 1996-2005 etwa 4 Milliarden Menschen mindestens einen Monat im Jahr unter Wassermangel leiden. Das sind 2/3 der Weltbevölkerung! Nach Schätzungen der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) werden bereits im Jahr 2025 über 1,9 Milliarden Menschen in Ländern oder Regionen mit absoluter Wasserknappheit leben müssen. Als einer der Hauptgründe für diese Prognose wird das globale ökonomische Wachstum und damit verbundener verbrauchsintensiver Lebensstile, nicht nur in Industrieländern, sondern auch in den sogenannten Schwellenländern und Ländern des Globalen Südens. Hinzukommt, dass durch die Zunahme der Süßwasserentnahme gleichzeitig auch mehr Abwässer eingeleitet werden. So schätzt die UNESCO das im Jahr 2050 global 1.500Kubikkilometeran Abwässer produziert werden. Der Faustregel nach, dass durch einen Liter Abwasser acht Liter Süßwasser verunreinigt werden, bedeutet dies eine Abwasserbelastung von bis zu 12.0000 Kubikkilometern.

Wie viel Liter Wasser verbrauchen Bremer*innen täglich im Schnitt direkt?

Pro Tag und Kopf werden durchschnittlich 120 Liter direkt verbraucht - also für die Toilettenspülung, zum Duschen, Kochen und Waschen. Damit liegt Bremen ziemlich genau am bundesweiten Durschschnitt von 121 Litern. Der niedrigste Länderwert von nur 86 Liter pro Personen und Tag fällt auf Sachsen. Der mit 138 Litern am höchste Verbrauch föällt in Hamburg an.

Was ist virtuelles Wasser?

Mit dem Begriff „Virtuelles Wasser“ wird die Menge Wasser beschrieben, die für die Herstellung von jeglicher Art von Produkten verwendet wird. „Virtuelles „Wasser bezeichnet also den indirekten Wasserverbrauch von Menschen. Zusammen mit dem direkten Wasserverbrauch ist so eine Prognose zum Wasserfußabdruck von Menschen, Unternehmen oder auch Staaten möglich. Durch die Berechnung des virtuellen Wasserfußabdruck z.B. eines Produktes kann eine Aussage über die ökologischen und sozialen Auswirkungen der Güterproduktion getätigt werden. Dabei ist zu unterscheiden zwischen: - grünem virtuelle Wasser aus Niederschlag und natürlicher Bodenfeuchte - blauem virtuellem Wasser für künstliche Bewässerung - grauem virtuellem Wasser, das während der Nutzung beeinträchtigt wird (Düngemittel, Pestizide, Industrieabfälle) und nur bedingt wiederverwendet werden kann.

Wie viel Liter virtuelles (indirektes) Wasser verbraucht ein Menschen in Deutschland durchschnittlich pro Tag?

Mehr als 4000 Liter pro Person und Tag werden in Deutschland täglich an Wasser verbraucht. Auf‘s Jahr gerechnet kommt so die doppelte Menge des Bodensees zusammen. Mehr als die Hälft des Wassers das in die von uns benötigten Produkte und Güter fließt stammt jedoch gar nicht aus Deutschland sondern wird durch den Import von Gütern andern Orts verbraucht.

In welchem Wirtschaftssektor wird global am meisten Wasser verbraucht?

Wie viel Wasser steckt in einem Kilogramm Rindfleisch?

Geht man von der Intensivhaltung von Rindern aus, die nach drei Jahren Schlachtreife haben, hat ein Tier in dieser Zeitspanne etwa 1.300kg Kraftfutter, vor allem Soja und andere Getreidesorten wie Mais oder Weizen, und 7.200kg Raufutter, wie Heu und Weidefutter verbraucht. Für deren Anbau wird Wasser verbraucht. Dazu wurden nochmal 2.000 l Wasser zum Tränken benötigt. Somit stecken ganze 15.500 Liter Wasser in einem Kilogramm Rindfleisch (ohne Knochen) – davon entfallen 15.300 Liter auf die Produktion des Futters das das Tier zu sich genommen hat um das Kilo auf die Rippen zu bekommen. Der Rest entfällt auf Kühlung,Transport oder die Stallreinigung.

Die WHO definiert Trinkwasser als nicht sicher und sauber, wenn es aus einem ungesicherten Brunnen oder Bohrloch gefördert wird oder sogar direkt als Oberflächenwasser von Flüssen, Seen, Teichen etc. geschöpft werden muss. Wie viele Menschen weltweit haben der WHO-Definition nach keinen sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser, müssen ihr Trinkwasser also aus den oben genannten Quellen beziehen?

Insgesamt haben 88% der Weltbevölkerung, 6.5 Milliarden Menschen, Zugang zu einer mindestens als „Basic Service“ bezeichneten Quelle. Diese ist sicher zu benutzen, ist aber unter Umständen nicht vor Ort verfügbar, wobei die Beschaffungsdauer (also der Hin- und Rückweg sowie das anstehen an der Quelle) 30 Minuten nicht übersteigt. Trotzdem haben immer noch etwa 600 Millionen Menschen keinen sicheren Zugang zu sauberem Wasser. Davon müssen etwa 160 Millionen Menschen ihr Trinkwasser direkt von Oberflächengewässern schöpfen.

Und nun zum anderen Ende der Leitung: Die WHO definiert eine Sanitärversorgung als nicht sicher und sauber, wenn zur Erleichterung der menschlichen Notdurft Grubenlatrinen ohne Platte oder Plattform, Hänge-Latrinen oder -Eimer genutzt werden müssen oder die Defäkation im Offenen, also in Feldern, Wäldern, Büschen, an Stränden oder offenen Gewässern oder auch in Siedlungsgebieten vollzogen wird. Wie viele Menschen weltweit haben der WHO-Definition nach keinen Zugang zu sicherer und sauberer Sanitärversorgung, müssen ihre Notdurft also unter den oben genannten Umständen verrichten?

Globale gesehen haben 2,9 Milliarden Menschen einen „Safely Sanitation Service“, also eine Toilette, die nicht mit anderen Haushalten geteilt wird und bei der Exkremente an Ort und Stelle entsorgt oder abtransportiert werden. Rechnet man noch die Menschen dazu, die mindestens eine Basic Sanitation Service nutzen (also eine Toilette, die zwar nicht mit anderen Haushalten geteilt wird, bei welcher die Exkremente aber nicht sicher und sauber abgeführt und entsorgt werden ) sind dies 68% der Weltbevölkerung. Dennoch haben immer noch 2.4 Milliarden Menschen keinen Zugang zu der grundlegendsten Sanitärversorgung wie Latrinen-Toiletten. 892 Millionen Menschen weltweit praktizieren immer noch offene Defäkation

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